IT-Due-Diligence: So prüfen Sie IT-Systeme vor Fusionen und Übernahmen

Warum IT bei Unternehmensübernahmen oft zum Risiko wird

Bei einer Unternehmensübernahme stehen meist Kennzahlen wie Umsatz, Synergien oder Personal im Fokus. Die IT wird dagegen häufig unterschätzt – obwohl sie entscheidend dafür ist, ob Prozesse stabil laufen, Daten sicher sind und das Geschäftsmodell skalierbar bleibt.

Die Realität zeigt ein anderes Bild: veraltete Serverstrukturen, ungepflegte Datenbanken, unsichere Schnittstellen oder Sicherheitslösungen, die längst nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen. Diese Altlasten fallen oft erst nach Vertragsabschluss auf – dann allerdings mit erheblichen finanziellen und operativen Konsequenzen.

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater weist darauf hin, dass eine oberflächliche IT-Prüfung bei Unternehmenskäufen längst nicht mehr ausreicht. Wer hier nicht genau hinsieht, übernimmt nicht nur ein Unternehmen, sondern auch dessen technische Schulden.

Was ist IT-Due-Diligence?

IT-Due-Diligence bezeichnet die systematische Analyse der gesamten IT-Landschaft eines Zielunternehmens vor einer Übernahme. Ziel ist es, Risiken zu identifizieren, den tatsächlichen Reifegrad der IT zu bewerten und versteckte Schwachstellen aufzudecken

Typische Prüfbereiche sind:

  • IT-Infrastruktur und Systemlandschaft

  • Sicherheitsarchitektur und Datenschutz

  • Software-Lizenzen und Verträge

  • Eigenentwicklungen und Abhängigkeiten

  • IT-Prozesse und Betriebsmodelle

Im Unterschied zu einem klassischen Audit geht es nicht nur um eine Momentaufnahme, sondern um die zentrale Frage:
Ist die IT zukunftsfähig – oder wird sie nach der Übernahme zum Kostenfaktor?

Die zentralen Schritte einer IT-Due-Diligence

1. Analyse der IT-Strategie

Bewertung, ob die IT auf die Geschäftsziele ausgerichtet ist und zukünftige Entwicklungen unterstützt

2. Bewertung von Organisation und Personal

Identifikation von Schlüsselpersonen, Abhängigkeiten und externen Dienstleistern.

3. Prüfung der Applikationslandschaft

Analyse der eingesetzten Softwarelösungen hinsichtlich Stabilität, Skalierbarkeit und Integrationsfähigkeit.

4. Technische Infrastruktur bewerten

Überprüfung von Servern, Netzwerken, Cloud-Umgebungen und Sicherheitsmechanismen.

5. IT-Prozesse und Betrieb analysieren

Bewertung von Support, Wartung, Monitoring und Notfallmanagement.

6. Finanzielle IT-Bewertung

Transparenz über IT-Kosten, Lizenzmodelle und mögliche Einsparpotenziale

Typische Herausforderungen im Mittelstand

Viele Unternehmen haben bereits Sicherheitsmaßnahmen etabliert, stehen jedoch vor strukturellen Herausforderungen:

  • Unvollständige oder veraltete Dokumentation

  • Historisch gewachsene IT-Strukturen ohne klare Strategie

  • Abhängigkeiten von einzelnen Mitarbeitenden oder Dienstleistern

  • Unklare Lizenz- und Vertragsmodelle

  • Sicherheitslücken durch veraltete Systeme

  • Fehlende Notfall- und Backup-Konzepte

Diese Faktoren bleiben oft verborgen – bis sie im Integrationsprozess Probleme verursachen.

Maßnahmen zur Risikominimierung bei Übernahmen

Frühzeitige IT-Prüfung einplanen
IT-Due-Diligence sollte nicht erst kurz vor Vertragsabschluss erfolgen, sondern frühzeitig in den Prozess integriert werden.

Externe Expertise einbeziehen
Unabhängige Spezialisten erkennen Risiken, die intern oft übersehen werden.

Technische und rechtliche Aspekte verbinden
IT, Datenschutz und Compliance müssen gemeinsam betrachtet werden.

Integrationsstrategie entwickeln
Bereits vor der Übernahme klären, wie Systeme zusammengeführt oder ersetzt werden.

FAQ – IT-Due-Diligence bei M&A

Frage: Ist IT-Due-Diligence wirklich notwendig?
Antwort: Ja. Ohne fundierte IT-Prüfung besteht das Risiko, versteckte Kosten, Sicherheitslücken oder Integrationsprobleme zu übernehmen.

Frage: Wann sollte die IT-Due-Diligence durchgeführt werden?
Antwort: Möglichst früh im M&A-Prozess, idealerweise parallel zur finanziellen und rechtlichen Prüfung.

Frage: Welche Risiken werden am häufigsten übersehen?
Antwort: Veraltete Systeme, fehlende Dokumentation, Lizenzprobleme und Abhängigkeiten von einzelnen Schlüsselpersonen.

Fazit – Der Realitätscheck für die Cyberabwehr

Red Teaming ist mehr als ein technischer Sicherheitstest. Es ist ein realitätsnaher Stresstest, der zeigt, wie gut eine Organisation im Ernstfall reagieren kann. Dabei werden nicht nur Systeme geprüft, sondern auch Entscheidungswege, Prozesse und das Verhalten der Mitarbeitenden.

Unternehmen gewinnen dadurch eine klare Grundlage für strategische Sicherheitsentscheidungen. Schwachstellen werden sichtbar, Abwehrmechanismen können gezielt verbessert werden und Sicherheitsbewusstsein wird zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur.

Möchten Sie sicherstellen, dass Ihre nächste Unternehmensübernahme auch aus IT-Sicht erfolgreich ist?

Kontaktieren Sie unser Expertenteam für eine fundierte IT-Due-Diligence-Analyse.

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